Aktuelles

Am morgen des 21. Juli wurde bei einem Angriff von einer religiösen Paramilitaergruppe, die als „Armee Gottes“ bekannt ist, ein Angehoeriger der „anderen Kampagne“* getoetet, vier weitere verletzt. Der Angriff erfolgte in Mitziton, im Gebiet von San Cristobal de las Casas.
In Mitziton hat die Regierung bereits begonnen die umstrittene Autobahn von San Cristobal nach Palenque zu bauen. Diese ist Teil des „Plan Puebla Panama“ und wird ueber zahlreiche Flaechen der Kleinbauern fuehren. Gleichzeitig ist die Strasse hauptsaechlich fuer den Tourist_innenverkehr gedacht, hat nur sehr wenige auffahrten und wird Gebuehren kosten – ist also fuer die dort lebende Landbevoelkerung voellig ohne Nutzen. Fuer sie bedeutet sie nur den Verlust des Landes.
Um gegen diese Zustaende zu protestieren, errichteten einige Compañer@s der „anderen Kampagne“ eine Strassenbarrikade. Als sie am naechsten morgen nachsehen wollten, wieviel davon noch uebrig ist wurden sie von den schwer bewaffneten Paramilitaers der „Armee Gottes“ angegriffen. Dabei kam ein Compa ums Leben, vier weitere liegen noch im Krankenhaus.
Die „Armee Gottes“ erhaelt ihr Geld von anderen religioesen Fanatikern aus den USA. Sie ist aber meiner Meinung nach trotzdem Teil der Strategien der Regierung. Um die Gemienden, die sich ueberwiegend als katholisch bezeichnen, zu spalten werden Religiose Splittergruppen bei ihrer Missionierungsarbeit unterstuetzt oder wie im Fall der „Armee Gottes“ geduldet.
Auf www.chiapas.indymedia.org gibts volstaendigere Infos (auf spanisch).

*Die „andere Kampagne“ enstand 2005 und versteht sich als zivilgesellschaftlicher Teil des zapatistischen Aufstands

Eindruecke aus der letzten Gemeinde

Wir hatten nur einen Tag Zeit uns in der Comunidad zurechtzufinden, da fing auch schon die drei Tage lange Feier des Heiligen der Gemeinde an. Morgens um fuenf Uhr fingen einige Wuerdentraeger an bei traditioneller Musik zu tanzen. Dabei bereiteten mindestens 15 Frauen Tamales (mit Bohnen gefuellte Maispasteten) zu. Die Maenner im Nebenhaus hatten insgesammt sieben Schweine geschlachtet und zerlegt und waren schon dabei die einzelnen Teile zu kochen.
Die Festlichkeiten zogen sich ueber den ganzen Tag hin. Von der Kirche aus zog ein festlich-edel gekleideter Umzug durch einen Teil der Gemeinde. Nach dem Basketballplatz im Zentrum ging es wieder zurueck zur Kirche. Den Tag ueber gab es zeremonielles Pferderennen, Kirchenbesuche und Tanz der Wuerdentraeger.
Diese Prozedur wiederholte sich fast identisch drei Tage lang.

Mir fiel auf, dass es waehrend der Zeit eigentlich zwei Feste parallel gab. Waehrend der traditionellen Feier der Aelteren, spielten die Juengeren Basketball und tanzten danach bis in die Nacht hinein. Auch ich habe mit einer Manschaft mitgespielt. Wir haben jedoch jaemmerlich verloren.
Trotz der (aus meinen Augen) Teilung des Festes, ist zu spueren, dass das Gemeindeleben sehr wichtig ist. Es wird immer so gekocht, dass fuer alle etwas da ist – die lebenswichtigen Grundlagen werden geteilt.

ernste

Nach ein paar ruhigen Tagen fuellte sich die Gemeinde erneut. Das Treffen der Kaffecooperative der Region stand an. Da alles auf der indigenen Sprache Tsotsil besprochen wurde, konnten wir leider fast nichts verstehen.
In der Kooperative arbeiten campesin@s* aus der ganzen Region und verkaufen ihren Kaffe gemeinsam an den internationalen Markt. Durch Gruppen in anderen Laendern, die sich auf das Konzept des solidarischen Handels berufen, wie beispielsweise das hamburger Kollektiv “café libertad”**, ist es fuer die campesi@s moeglich fuer ihre Produkte einen Preis zu bekommen, von dem sie ein wurdigeres Leben fuehren koennen.

Leider haben wir das Abschlussfest des diesjaehrigen Jahrgangs der autonomen Schule nicht mehr mitbekommen. Wir mussten zwei Tage vor Beginn schon nach San Cristobal zurueck. Unsere Zeit als Beobachter_innen war schon wieder abgelaufen und wir mussten FrayBa Bericht erstatten.

“Teile und hersche!”

militares

Die Gebaeude der autonomen Schule haben als eine der wenigen Gebaeude in der Comunidad rote Daecher. Sie wurden wohl einmal von der Regierung gebaut. Denn wie ich erfahren habe, haben die Dacher der Haeuser, die mit Regierungsunterstuetzung entstehen meist rote Blechdaecher. So ist beispielsweise schon aus der Luft erkennbar, in welchen Regionen vermehrt Regierungsunterstuetzende mit roten Daechern wohnen und welchen Regionen eben nicht.
Mit eben solchen Zahlungen, beispielsweise zum Bau von Haeuser, bezweckt die mexikanische Regierung eine Spaltung der Gemeinden und dadurch eine Velagerung des Konlikts zwischen Zapatistas und Regierung in die Sphaere der Gemeinden.
Durch die aktive Unterstuetzung von paramilitaerischen Gruppen, wird der Konflikt noch verschaerft. Diese weit verbreitete sogennante Aufstandsbekaempfungsstrategie gipfelte in Chiapas 1997 in einem brutalen Massaker. In Acteal wurden unter den Augen von Polizei und Militaer 45 unbewaffnete Menschen von Paramilitaers ermordet.
Mit dieser Strategie erscheint der Konflikt als gemeindeintern. Die immense Militarpraesens und Polizeiuebergriffe scheinen das einzige Mittel zu sein den „Frieden wieder herzustellen“.

*”campesino/campesina” bedeutet auf deutsch soviel wie “Bauer/ Baeuerin”. Das “@” wird verwendet um nicht nur in der maennlichen Form zu schreiben

** www.cafe-libertad.de/shop

Bericht der vergangenen zwei Wochen

Manuela ist acht Jahre alt. Sie lebt in der Geminde, in der ich zwei Wochen verbracht habe und erzeahlt mir, dass sie jetzt nicht mehr zur Schule geht. Denn seit sich der Konflikt in der Gemeinde im letzten Jahr so zugespitzt hat , wollen die PRI-Lehrer keine „pinche zapatistas“, keine „Zapatisten-Gören“ mehr in der Schule haben. Da hier nicht allzuviele zapatistische Familien wohnen, gibt es direkt in der Gemeinde niemanden um auch deren Kinder zu unterrichten. Und in naeherer Umgebung gibt es keine noch autonome Schule die alle Kinder, also auch die Kinder der Zapatistas, unterrichten koennte.

Auch diesmal wurden wir bei unserer Ankunft in der Communidad von einigen Zapatistas mit Macheten begleitet.
Der Grund dafuer sind die agressiven PRI-Unterstuetzenden in der Gemeinde, die im Laufe dieses Jahres mehrere Zapatistas mit dem Tod gedroht, verbal und koeperlich angegriffen haben. Ausserdem gibt es in der Gemeinde Anhaenger der paramilitaerischen Organisation OPPDIC, die massgeblich an den juengsten Angriffen auf Zaptisas beteiligt waren. Beispielsweise wurde Anfang April das Zahlhaus der Zapatistas am Eingang zum touristischen Agua Azul von Anhaengern der OPPDIC mit Hilfe einiger Polizeieinheiten zerstoert.
Die „Junta de Buen Gobierno“ aus dem Caracol Morelia berichtet von einem bewaffneten Angriff von Polizei und OPPDIC am 28.04. diesen Jahres auf zapatistische Unterstuezer_innen.

Als wir aus San Cristobal aufgebrochen sind, haben wir uns ueber eine ca. hundert Meter lange Menschenschlange vor der oertlichen Bank gewundert. Spaeter haben wir erfahren, dass die anstehenden Indigenas mit der PRI sympathisieren und sich ihre monatliche Rate abholen, die die Regierung an die Familien bezahlt, die sich gegen die Zapatistas wenden.

Als ich Manuela zeige, wie ihr Name gschrieben wird, strahlt sie mich an und probiert es gleich einige male aus. Das einzige Wort was sie bisher schreiben konnte, war das Wort fuer „Liebe“: AMOR.

*Name geaendert

Schweinegrippe und Versorgungskrise

Der extrem ungleich verteilte Zugang zu Leistungen des Gesundheitssystems zeigt sich anhand der Schweinegrippeepidemie drastisch. Während in Europa die heilenden Tamiflu-Dosierungen für Millionen Menschen in Pflichtlagern vorrätig sind, hat es andernorts nicht mal genügend Medikamente, um das medizinische Personal zu schützen.

schwein

Gut versorgt!?
„Die Welt war noch nie so gut auf eine Pandemie vorbereitet wie heute“, so eine Sprecherin des Tamiflu-herstellenden Pharmaunternehmens Roche. Beispielsweise gibt es in Deutschland längst genügend Medikamente um jede_n Vierte_n zu behandeln. In den anderen Ländern der Europäischen Union sieht es mit den Medikamentenvorräten ähnlich aus.
Anders ist die Situation in Mexiko, wo mittlerweile alle Apotheken leergekauft sind. Letztes Wochenende haben die mexikanischen Gesundheitsbehörden den gesamten Vorrat an Tamiflu aufgekauft und können damit theoretisch jede_n 250. Bewohner_in Mexikos versorgen.
Doch auch in Mexiko wird der Vorrat ungleich verteilt. Der Gesundheitsminister des mexikanischen Bundesstaats Oaxaca, in dem inzwischen neben einem bestätigten Todesfall 53 Menschen wegen schwerer Lungenentzündung und Verdacht auf das Schweinegrippe-Virus in ärztlicher Behandlung sind, hat zwar bekannt gegeben, auch über genügend Arzneimittel zu verfügen, doch für die Bevölkerung von 3,6 Millionen Menschen sind in diesem Bundesstaat nur insgesamt 450 Dosierungen vorrätig, was einer einzigen Tamiflu-Packung pro 8000 Personen entspricht.
Im Norden des benachbarten Bundestaats Chiapas gibt es für die 400.000 Einwohner_innen des Gebiets Palenque keines der beiden heilenden Medikamente Tamiflu oder Relenza und es sind auch keine Medikamente aus der Hauptstadt unterwegs – die Menschen haben dem Virus nichts entgegenzusetzen.

Hier den restlichen Artikel auf der Seite der Jugendzeitschrift UTOPIA lesen.

Bericht 06.05.09 – 20.05.09

demo

Nachdem wir uns ein wenig in dem neuen Ort, an dem wir nun für zwei Wochen bleiben wuerden, eingerichtet hatten, erfuhren wir, dass in den folgenden Tagen eine Demonstration der Zapatistas stattfinden sollte.
Mitte April wurden in mehreren Polizeieinsaetzen insgeammt acht Unterstuetzer der Zapatistas verhaftet und zwei Wochen ohne Prozess festgehalten. Amnesty International berichtet, dass die Gefangenen massiven Drohungen und Folter ausgesetzt wurden.
Um fuer die Freiheit der acht politischen Gefangenen zu protestieren, zog am Tag des Gerichtsbeschlusses, dem 08.05.09 ein Demonstrationszug mit mehreren hundert Teilnehmer_innen durch Ocosingo.
Wir haben die Demo begleitet um die Geschehnisse per Foto- und Videokamera zu dokumentieren.
Mit Sprechchoeren Transparenten und Plakaten machten die Zapatistas auf ihre Vorderung, die Freiheit fuer die politischen Gefangenen, aufmerksam. Die Demo zog bis zum Hauptplatz, wo sich das Regierungsgebaeude Ocosingos befindet. Nach den zahlreichen Redebeitraegen auf dem Hauptplatz beklebten die Zapatistas das Gebaeude mit den Plakaten mit ihren Vorderungen.
Als die Demo nach mehren Stunden und brennnender Hitze beendet war, kam das niederschmetternde Urteil: Alle acht Gefangenen wurden zwischen acht Monaten und einem Jahr verurteilt.

Demo2

Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten machten wir uns wieder auf den Rueckweg. Als wir mit insgesammt acht Menschen im Auto am Ortseingang der Communidad angekommen waren stellten sich uns ca. 15 Anhänger_innen der PRI (eine der drei grossen Parteien Mexikos) in den Weg. Sie fingen an unseren Fahrer zu beschimpfen. Sie sagten uns sehr agressiv, dass sie hier keine Zapatistas haben wollen, da ihrer Meinung nach alle Zapatistas Verbrecher sind. Den naechsten Zapatista wuerden sie verbrennen. Ausserdem gaben sie uns zu verstehen, dass sie uns nicht durchlassen wuerden. Um weiteren Konflikt zu vermeiden drehten wir mit dem Auto um. Wir fuhren ein Stueck bis zu dem Haus einer zapatistischen Familie zurueck. Dort berichteten wir was vorgefallen war. Daraufhin kontaktierten die Zapatistas per Funk die anderen Zapatistas der Gemeinde. Kurz darauf kamen ca. 25-30 Zapatistas mit Macheten um uns zu unserem Schlafplatz zu begleiten. Wir nahmen zwar einen anderen Weg, der nicht genau an den PRIstas vorbeifuehrte, aber die Situation war sehr angespannt. Ich war ziemlich froh als alle wohbehalten an ihrem Schlafplazt angekommen waren!

Die zapatistischen Gemeinden sind sehr unterschiedlich. Es gibt Gemeinden in denen ausschliesslich Zapatistas wohnen. Andere sind gespalten, wie in der Gemiende in der wir waren. Hier leben Zapatistas mit Regierungsanhaenger_innen zusammen. In manchen Communidades friedlich, oft aber ist der Konflikt doch sehr krass.

1994, nach dem Aufstand der Zapatistas, war der Grossteil der Gemienden zapatistisch. Teil der Aufstandsbekaempfungsstrategie der mexikanischen Regierung war es, die Familien zu bezahlen die sich offen gegen die Zapatistas stellten. Ausserdem wurden mit Hilfe des mexikanischen Militaers paramilitaerische Gruppen in den Gemienden, ebenfalls gegen die Zapatistas, aufgebaut. Auch die Anhaenger der Paramilitaers leben in den Communidades.
So konnte die Regierung den Konflikt zwischen sich und den Zapatistas scheinbar in die Gemienden verlagern. Die Einsaetze des mexikanischen Militaers koennen als „Friedensstiftend“ ausgegeben und die immens hohe Militaerpraesens in Chiapas legitimiert werden.
Als trauriger Hoehepunkt dieser Politik gab es im Jahr 1997 in der Gemeinde Acteal ein brutaes Massaker. Paramilitaers ermordeten unter den Augen von Polizei und Militaer 45 Menschen. Frauen, Maenner und Kinder. Vier der Frauen waren schwanger.

Der Rest der Zeit in der Geminde verlief ruhig. Es gab einen schoenen Fluss zum Baden, abends haben wir zusammen gekocht und Karten gespielt.
Trotzdem bleiben die Eindruecke der immensen Gewalt und der Ohnmaechtigkeit gegenueber einer unmeschlichen Politik.

Situation in Chiapas spitzt sich zu

optulja

26.04.2009 – 5:30Uhr Es beginnt gerade zu dämmern, da wird die morgendliche Stille von dem betäubend lauten Geräusch von fünf Schüssen zerissen. Als die Bewohner_innen des Hauses am Rande der Gemeinde erschreckt nach draussen laufen, beginnt ein Kugelhagel. Die Patronen, die im autonomen Bezirk im südlichsen, mexikanischen Bundesstaat Chiapas auf die Zapatistas abgefeuert werden, stammen aus den Waffen staatlicher Polizeieinheiten und einiger Paramilirärs.

Gewehre gegen die Unterdückung

Am 1. Januar 1994 wird die Weltöffentlichkeit aufgerüttelt. Mit der Losung YA BASTA!, „es reicht!“ besetzen tausende Indigene sieben Städte in Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat Mexikos. Zu dieser Zeit haben die Indigenen, hauptsaechlich Bauern, prakisch keinen Zugang zum Gesundheitssystem, fast keine Schulen, vor allem aber kein Land um etwas essbares anzubauen. Der Grossteil muss sich zu Hungerlöhnen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf der Feldern der Grossgrundbesitzer verkaufen. Die Menschenrechte, die der mexikanische Staat garantieren will, scheinen für die Indigenen nicht zu gelten.
Jahrzehntelang hatten die Menschen mit friedlichen Mitteln auf ihre mieserable Situation aufmerksam gemacht. Doch erst mit Beginn der Revolte in Chiapas wurde das Elend der Menschen ein Thema.

Als Reaktion der mexikanischen Regierung wird der gesammte Bundesstaat extrem militarisiert. Mehr als ein Drittel des mexikanischen Militärs, etwa 70.000 Soldaten, werden dort auf ca. 4 % der mexikanischen Staatsfläche stationiert.
Ausserdem beginnt ein Prozess der Paramilitarisierung. Mit der Unterstützung des mexikanischen Militärs und der Regierung enstehen bewaffnete Gruppen, die ausserhalb der Gesetze handeln und die Menschen in den Gemeinden durch gewalttätige Übergriffe terrorisieren. Folter, Vergewaltigungen, Morde und Verschleppungen sollen die Indigenen einschüchtern, vertreiben und letztendlich die Unterstützung für die Zapatistas in den Gemeinden brechen.


Schneckenhäuser gegen die Ausbeutung

Die EZLN, die Nationale Zapatistische Befreiungsarmee, lehnt die Übernahme der Staatsmacht ab. Eigene, basisdemokratische Verwaltungsstruktur ist den Zapatistas hingegen sehr wichtig. Ihre fünf Hauptunterstüztungszentren, die „Caracoles“, was soviel heisst wie „Schneckenhäuser“, beherbergen die Räte der guten Regierung, die zentralen Regierungsinstanzen der zapatistischen Bewegung. Diese wechseln wöchentlich und ermöglichen somit extrem vielen Menschen bei den grundlegenden Entscheidungen mitzubestimmen und zu lernen, was es heisst, sich aktiv am politischen Alltagsleben zu beteiligen. Bei der Entscheidungsfindung nehmen sich die Räte genügend Zeit. Manchmal kann es Tage dauern bis es eine Übereinkunft gibt, da eine Entscheidung nur dann getroffen wird wenn alle aktuellen Mitglieder_innen des Rates übereinstimmen.

Im medialen Schatten der Schweinegrippe spitzt sich die Lage in Chiapas gefährlich zu

oventic

Die autonome Schule im Caracol „Oventic“, Teil des kostenlosen zapatistischen Bildungsszstems, wird hauptsächlich durch die zahlreichen zapatisitschen Kooperativen finanziert, in denen ohne Chef gemeinschaftlich beispielweise Kaffe produziert und verkauft wird. Ausserdem gibt es ein Programm, in dem Auswärtige die Schule mit dem Geld für Sprachkurse in Oventic unterstützen können.

Diese Woche wurden jedoch alle Sprachkurse auf unbestimmte Zeit abgesagt, da sich die aktuelle Lage extrem verschlechtert hat. Der Rat aus dem benachbarten Caracols „Morelia“ schreibt auf der Internetseite der EZLN, dass es innerhalb der letzten zwei Wochen mehrere gewaltätige Übergriffe von Paramilitärs und staatlichen Polizeibeamten auf Zapatistas gab.
Amnesty International berichtet, dass im April elf Indigene in der Region aufgrund politischer Aktivitäten ohne Anklage festgenommen, massiven Drohungen ausgesetzt und gefoltert wurden.

Die Menschenrechtsbeobachter_innen vor Ort können den Menschen in den Gemeinden zwar ein wenig Sicherheit geben, wenn es aber keinen grundlegenden Wandel in der agressiven Politik der Regierung gibt, wird sich die Situation in Chiapas so schnell nicht verbessern.

Weitere Infos:

EZLN (spanisch): enlacezapatista.ezln.org.mx

Rebellischer Kaffe: www.cafe-libertad.de

Aktuelle Infos (deutsch): http://www.chiapas98.de

Vorbereitungsseminare für Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas: www.buko.info/carea

Bericht 16.04.09 – 26.04.09

jaja
Am ersten Tag haben wir mehr oder weniger zufaellig ein Caracol gefunden und um Einlass gebeten.
Da es mit CAPISE keine Brigade gab hatten wir ein wenig Zeit und konnten den Compañer@s der Junta de Buen Gobierno fuer einige Tag unsere Unterstuetzung anbieten.
Auf die Antwort mussten wir bis zum naechsten Morgen warten. Das nicht allzu schlimm da wir einen Schlafplatz und Essen in der Gemeinschaftskueche bekommen haben. Am naechsten Tag haben wir erfahren dass wir einige Tage im Caracol bleiben koennen und dann noch fuer fuenf Tage in einer Communidad leben koennen.

In den Tagen im Caracol hatten wir die Gelegenheit ein bisschen mit den Compañer@s der Junta und den Unterstuetzenden zu sprechen und haben erfahren, dass die Vertreter_innen in der Junta werden alle drei Jahre gewaehlt werden. Es gibt ein Rotationssystem mit dem die Mitglieder_innen der Junta woechentlich wechseln. Das heisst es wird alle drei Jahre nicht nur eine Junta gewaehtl, sondern soviele wie benoeitgt werden um zu rotieren.
Das fuehrt dazu, dass alle drei Jahre ziemlich viel Leute gewaehlt werde und dann auch bei den grundlegenden Entscheidungen mitbestimmen koennen.
Und der Grund warum wir und auch andere, an anderen Massstaeben gemessen, relativ lang auf die Antwort warten mussten, ist einerseits, dass die Junta sehr viel zu tun hat. Die Junta arbeitet von morgens bis abends und hat grundlegendere Sachen zu entscheiden, als ein paar Freiwillige die ein bisschen in zapatistischen Gemeinden leben wollen. Beispielsweise wo die naechste Wasserpumpe gebaut werden soll damit die Menschen in den Communidades sauberes Trinkwasser haben.
Ausserdem nimmt sich die Junta Zeit fuer Entscheidungen. Wenn nicht alle uebereinstimmen, gibt es auch noch keine Entscheidung. So kann eine Einzige Entscheidung manchmal Tage dauern. Aber dafuer ist es dann auch eine Entscheidung mit der alle zufrieden sein koennen.
So wird versucht in den Caracoles Entscheidungen so wie moeglich an den Beduerfnissen der Menschen zu treffen. Und Autoritaet ist eher mit viel Arbeit verbunden, als mit Privilegien. Find ich eigentlich ziemlich gut!

Nach fuenf Tagen konnten wir dann mit einen Transport der Zapatistas aus dem Caracol in die Communidad begleiten. Nach zwei Stunden fahrt ueber Staubstrassen und unzaehlige Schalgloecher kamen wir endlich in der Communidad an.
Nachdem wir unsere Rucksaecke in unserem neuen Quartier deponiert hatten haben wir uns ein bisschen in der Communidad umgeschaut. Hier leben nur zehn Familien also ein relativ kleine Gemeinden. Die Menschen hier waren damit beschaftigt, mit der Unterstuetzung eines Teams aus dem Caracol, ihre Haeuser an das Stromnetz anzuschliessen. In den folgenden Tagen konnten wir ihnen dabei ein bisschen helfen, mit ihnen sprechen und das Leden in der Communidad ein bisschen kennenlernen.
Was wieder mal total schoen war, dass die Menschen sowohl im Caracol als auch in der Communidad so hilfbereit waren. Sie selbst haben nicht viel, haben uns aber trotzdem ihr Essen mit uns geteilt.
Eigentlich hat uns immer jemand auf einen Pozol (Maizgetraenk) eingeladen, sie haben uns Holz zum kochen gebracht und sich damit abgewchselt und mit Tortillas zu versorgen.

In der Communidad gibt es eine Cooperative fuer Mais und eine Cooperative fuer Bohnen in denen alle Maenner der Communidad arbeiten und die ertraege an alle verteilen.
Ausserdem gibt es eine Cooperative die Bretter herstellt, die groesstenteils verkauft werden. Das so eingenommene Geld ist fuer die Gemeinde.
Auch in der Communidad gibt es eine Autoritaetsperson, die jedoch auch staendig wechselt. Die Enscheidungen des cooperativen Ladens werden in einer Versammlung der Menschen entschieden.
Was fuer mich total interessant und schoen war, war es zu erleben wie die Menschen in der Communidad eine andere Art und Weise haben zusammenzuleben. Nicht der_die Einzelne_r steht im Mittelpunkt, sondern die Communidad in der jedoch alle mitentscheiden koennen.

Doch fuenf Tage sind leider wieder wie im Flug vergangen und wir mussten aufbrechen. Den einzigen Transport aus der Communidad gibt es morgens um fuenf. Nach ein paar Stunden auf einer Camionetta auf staubigen und leochrigen Strassen war auch San Cristobal schon wieder in sicht. Nach zehn Naechten in der Haengematte war das Bett in dem Hostal auch wieder ganz schoen!

Warum heisst dieser Blog eigentlich Caracol?

Tja… „caracol“ ist ein spanisches Wort und wird auf pons.de mit „Schnecke“ oder „Schneckenhaus“ uebersetzt.
Nun habe ich zwar keine Abneigung gegen Schnecken, aber ich mag sie auch nicht so sehr dass ich einzig und allein deswegen einen Blog danach bennenen wuerde. Es gibt also noch weitere Gruende.
Die fuenf Hauptunterstuetungszentren der Zapatistas heissen seit 2003 „Caracoles“. In den „Caracoles“ sind die fuenf „Juntas de Bien Gobierno“ beherbergt, die fuenf zentralen Regierungsinstanzen der zapatistischen Bewegung. La Garucha, Morelia, Oventic, la Realidad und Roberto Barrio sind also wichtige Zentren der zapatistischen Bewegung – so wichtig und beschuetzend wie fuer eine Schnecke das Haus.
Ausserdem steht die Form des Schneckenhauses Sinnbildlich fuer die Art und Weise der Zapatistas Entscheidungen zu treffen:
Bevor etwas entschieden wird, muss erst das innerste, die Basis befragt werden. Es ist zwar ein langsamer Weg, aber dafuer ehrlich und richtig.

Und deswegen hab ich mir gedacht ich nenn den Blog einfach Caracol…

Die etwas andere Karte von Chiapas

Auf der Seite der Chiapassolidaritaetsplattform Chiapas98 ist eine Karte der Militärstützpunkte in Chiapas bei der beeindruckend klar wird, wie sehr dich die Zapatistas im Wuergegriff des Militars befinden.
Einfach dem folgenden Link folgen:

http://www.chiapas98.de/chiapas_militaer.php

Die Karte ist zwar von 2007, macht aber trotzdem die immense Militaerpraesenz in Chiapas deutlich.

Bericht – 25.03.-08.04.

achdem wir mit dem Taxi im Caracol angekommen sind, beruesst uns am Eingang ein Zapatist, der sein Gesicht mit einer Pasamontaña (schwarze Wollmuetze mit Sehschlitz, die ueber das ganze Gesicht gezogen wird) verhuellt hat. Wir geben unsere Ausweise ab und duerfen eintreten. Vor uns liegt eine steil abfallende Strasse und lauter bunt bemalte Haeuser. In eines dieser Haeuser aufder rechten Seite muessen wir bevor wir zur Junta koennen. Wir berichten fuenf Zapatistas, die vor uns sitzen, unser Anliegen. Drei von ihnen tragen rote Halstuecher vor dem Gesicht, zwei Pasamontañas. Mir ist ein bisschen mulmig zu mute.
Nun duerfen wir zur Junta de Bien Gobierno. Wir sitzen zwei Zapatistas gegenueber und berichten ueber unser Anliegen zwei Wochen als Menschenrechtsbeobachter in einer Communidad zu leben. Die zwei Vermummten hoeren sich alles an und schicken uns nach draussen. Sie muessen die Sache erst mit dem Rest der Junta besprechen. Nach anderdhalb Stunden Wartezeit ist es endlich soweit. Wir duerfen wieder eintreten und bekommen von der Junta schriftlich die Erlaubnis fuer den Einsatz.

Nun verlassen wir das bunte Caracol und machen uns auf den Weg. Von dem Caracol aus gibt es leider keine regelmaessige Transportmoeglichkeit zu unserem Einsatzort. Nach vier verschiedenen Autos und einer halben Stunde zu Fuss kommen wir endlich ein – wenig erschoepft – an.

Wieder empfangen uns zwei Zapatistas mit Pasamontañas. Sie oeffnen uns die Tuer und einer von ihnen zeigt uns unser Quartier fuer die nachsten zwei Wochen. Wir werden in dem ehemaligen Haus des roten Kreuzes uebernachten.
Es ist schon fuenf Uhr und wir haben den ganzen Tag nichts gegessen. Zum Glueck haben wir vorher einige Sachen eingekauft.
Die Gemeinschaftskueche ist jedoch etwas ungewohnt fuer uns. Es gibt keinen Gasherd – alle Kochen ueber dem offenen Feuer. Also versuchen wir au einer der zwei Feuerstellen im Raum ein Feuer zu entfachen, das gross genug ist damit wir unseren Reis darauf kochen koennen. Das dauert ein bisschen und der Qualm, den wir dabei produzieren, schmerzt in den Augen. Doch daran muessen wir uns wohl gewoehnen muessen.

Nachdem wir unseren Hunger gestillt haben machen wir eine kleine Runde durch die Communidad. Es gibt ein oeffentliches Klo zu dem wir den Schluessel haben. Eine Moeglichkeit sich zu waschen haben wir bisher noch nicht entdeckt.

Die Communidad ist relativ gross. Der Grossteil der Haeuser ist aus Holzbrettern mit Wellblechdaechern. Wir drei stechen sehr aus dem Rest der Menschen heraus. Ueberall wo wir hinkommen schauen uns die Menschen mit grossen Augen an – und viele freuen sich wenn wir sie Gruessen.

1997 gab es in Acteal ist ein brutales Massacker. 45 Menschen wurden von Paramilitaers und Polizisten ermordet – Frauen, Meanner, Kinder wurden regelrecht hingerichtet. Nach diesem Vorfall gab es viele Familien die der Gewalt der die Zapatistas und sympatisierende Familien in Acteal und in den umliegenden Communidades ausgesetzt waren, nicht mehr standhalten konnten. Viele von ihnen sind in die umliegenden Doerfer, wo sie heute noch leben. Da hier so viele Menschen auf engem Raum leben gibt es Probleme mit Boden auf dem etwas essbares angebaut werden kann. Etwa die haelfte der Communidad in der wir leben sind Desplacados.
Vor einem halben Jahr, im September 2008 gab es eine erneute Provokation von paramilitaerischen Gruppen. Sie patroullierten schwer bewaffnet auf der Strasse . Doch es kam gleucklicherweise nicht zu einem erneuten Angriff auf die Bevoelkerung.
Seitdem entsendet das Menschenrechtszentrum „FrayBa“ regelmaessig Menschenrechtsbeobachter_innen in die Region. Das gibt den Menschen ein wenig Sicherheit. Doch noch immer haben sie Angst die Communidad zu verlassen da immer noch bewaffnete Paramilitaers in den Waeldern patroullieren.

Wir haben einen kleinen Fluss entdeckt in dem wir uns baden koennen. Umringt von mindestens 10 Kids haben wir uns ein wenig im kalten Flusswasser erfrischt. Das Klima ist deutlich waermer als in San Cristobal. Man kann den ganzen Tag in T-shirt und kurzer Hose herumlaufen.

Heute bricht das Wochenende an und die „Promotor@s de Education“ (in der spanischen Sprache wird das „@“ verwendet, um nicht nur in der maennlichen Form zu schreiben) mit denen wir uns die Kueche teilen haben sich auf den Weg nach Hause in ihre Communidades gemacht.
Hier gibt es eine autonome Schule fuer die Kinder aus der Communidad in der die Lehrkraefte, die „Promotor@s de Education“, arbeiten. Naechste Woche koennen wir in allen Klassenstufen reinschnuppern und ein wenig mithelfen.

Zum Glueck, denn langsam wird das menschenrechtebeobachten ein bisschen langweilig. Wir stehen morgens nach Sonnenaufgang auf und machen dann irgendwann Feuer. Dann gibts was zu essen, meistens Reis und Bohnen vom Vortag und Tostadas (duenne, ueber dem Feuer getrocknete Maisfladen). Bis zum Mittagessen lesen oder nichts tun. Zum Mittagessen kochen wir meist neuen Reis, oft mit Bohnen. Am Nachmittag ein wenig rumlaufen und beispielsweise eine Mango kaufen. (Hier gibts die besten Mangos der Welt). Zum Abendessen genug Bohnen kochen damit es auch noch fuer den naechstenTag reicht. Eigentlich sind wir immer relativ frueh in Bett gegangen wie der Rest der Communidad auch.

Heute habe ich mit einer Señora beim Wasserholen gesprochen. Sie und ihre beiden Toechter sind Desplacados seit 1997. Der Rest ihrer Familie ist in ihre Heimatcommunidad zurueckgekehrt. Aber sie nicht. Sie will weiterhin hierbleiben, Widerstan leisten und die Zapatistas unterstuetzen. Am Ende des Gespraechs hat sie sich herzlich bei uns bedankt das wir hier als Menschenrechtsbeobachter taetig sind. Ich wusste gar nicht so recht was ich darauf antworten soll, aber ich glaube allein dafuer hat sich der Aufwand gelohnt.

Die letzten drei Tage haben wir uns die Schule und die Klassen angeschaut. Montag: Primaria. Wirklich suesse Kids! Heute haben wir gelernt wie man Ta-Ta-Ta schriebt und wie man einen Stern malen kann. Es gibt grosse Unterschiede zwischen den Kids. Manche koennen ohne Probleme die Aufgaben der Lerkraefte erfuellen, andere haben grosse Probleme. Und weil es so wenig Lehrkraefte gibt muessen die meisten mindestens zwei Klassen beaufsichtigen. Was es natuerlich nicht einfacher macht sich um „schwaechere“
Schueler_innen zu kuemmern.
Dienstag: Clases de tercera. Es galt die Frage zu beantworten: „¿Donde usamos las plantas?“ – „Wo verwenden wir Pflanzen?“
Alle sind losgezogen und al die Anworten praesentiert wurden hatten alle die gleiche Antwort… Das erinnert mich ein bisschen an meine Schulzeit :-)
Danach sind wir durch die Communidad gezogen und haben alle moegliechen Pflanzen gesammelt und uns darueber informiert welche eine heilende Wirkung besitzen. Wirklich sehr spannend!
Der Unterricht ist sehr praktisch, hat aber fuer meinen Geschmack ein bisschen zu wenig Input. Aber die Pomotor@s gehen sehr liebevoll mit den Kids um.
Mittwoch: Heute haben wir die Quinta und die Sexta besucht. Hier sprechen die Schueler_innen schon ein bisschen Spanisch. Ein grosser Teil des Unterrichts ist auf Spanisch. Aber auch hier gibt es meiner Meinung nach zu wenig Anforderung und zu wenig selbserarbeitete Ergebnisse.
In der Sexta gibt es keine einzige weibliche Jugendliche. Ich denke bis zu diesem Alter (16-18 Jahre) werden alle verheiratet und haben keine Zeit mehr fuer Schule. Wirklich traurig!

Heute die Secundaria besucht. Hat Spass gemacht, auch wenn die Komunikation mit den Kids fast unmoeglich ist. Heute abend habe ich eine Stunde Geometrieunterricht fuer die Promotor@s gegeben. Da nut wenige Spanisch fluessig sprechen gab es auch hier Kommunikationsprobleme. (Ausserdem hab ich Geometrie ja auch nicht auf spanisch gelernt) Leider mussten wir unterbrechen da kein Strom und damit auch kein Licht mehr da war. Danach haben wir ein Karten gespielt. Da die Promotores noch nie ein Pokerblatt gesehen haben, haben wir das einfachste Siel gespielt was uns eingefallen ist. Das dafuer den ganzen Abend. Hat viel Spass gemacht!

Heute leider krank. Ich und mein Compañon liegen mit Durchfall und Kopfschmerzen im Bett. Ich fuehl mich sauelend. Am Abend kommt auch noch ein bisschen Fieber dazu. Langsam geht uns der Tee aus – und heir gibt es keinen zu kaufen…

Heute haben wir den Consejo besucht. Eine Person konnte zum Glueck spanisch. Also konnten wir den Consejo ein wenig ueber die Strucktur des Consejo ausfragen.
Jedes grosse Projekt hat mindesen drei Vertreter (das ist nur in der maennlichen Form geschrieben, da es wirklich nur Meanner waren, die wir gesehen haben). Die Schule hat drei Vertreter, der Medizinische Notdienst hat drei Vertreter usw. Insgesammt bilden ungfaehr 20 Menschen den Consejo. Der Consejo wird alle drei Jahre gewaehlt, kann aber von einer Vollversammlung jederzeit neu gewaehlt werden. Wie uns der Consejo sagte, gibt es ein Verteilungssystem der Tortillas. Famillien die genug Tortillas tostadas zur Verfuegung haben geben sie in der Gemeinschaftskueche ab, die Menschen die Tortillas brauchen koennen sie in der Kueche abholen. Wie z.B. die Promotores de Education. Sie verdienen kein Geld mit der Arbeit an der Schule, bekommen aber Essen und Unterkunft. Genauso der Koordinator der Kueche. Alle Arbeiten fuer die Communidad sind unbezahlt und freiwillig. Viele Arbeiten jedoch auf diese Weise um die Strucktur der Gemeinschaft zu staerken.

Danach sind wir zum Fluss um uns nocheinmal zu baden. Der Weg dahin war wahnsinnig heiss. Umso schoener war das kalte Wasser.

Die letzten zwei Tage hat es nur geregnet. Die meiste Zeit verbringen wir am Feuer mit Kaffe oder heisser Schokolade. Und morgen muessen wir auch schon wieder nach San Cristobal aufbrechen. Ich denke ich werde nocheinmal zurueckkehren und meine Geometriestunden mit den Promotores de Education vertiefen – und ein wenig mehr Tsotsil lernen!